5 Fragen
Warum erklären Sie die US-Amerikaner zu Wasseranalphabeten?
Wenn es um das Thema Wasser geht, sind wir US-Amerikaner wahre Wasseranalphabeten bzw. Ignoranten, weil die Wasserversorgung so ausgezeichnet funktioniert. Die Versorgung verläuft quasi unbemerkt. Wir brauchen einfach nur den Hahn aufzudrehen und schon strömt Wasser heraus. Für mich ist dieser Wasseranalphabetismus das weltweit größte Wasserproblem. Wir können das Problem der Wasserknappheit nicht lösen, wenn es bei den meisten Menschen gar nicht auf der Tagesordnung steht.
Welche Industrien verbrauchen das meiste Wasser in den USA?
In den USA sind dies, genau wie in den meisten anderen Ländern der Welt, hauptsächlich die Stromerzeugung und Landwirtschaft. In den USA werden 49% des gesamten Wassers für Kraftwerke verwendet, nicht hydroelektrisch, sondern zum Kühlen und zur Dampferzeugung. Der US-Durchschnittsbürger verbraucht zuhause täglich 378,5 Liter Wasser. Allein 946,3 Liter werden jedoch für den verbrauchten Strom verwendet.
Was können wir in diesem Zusammenhang von Las Vegas lernen?
Da Las Vegas nur in äußerst begrenztem Umfang Wasser aus dem Lake Mead entnehmen darf, muss dort besonders sorgfältig mit dieser Ressource umgegangen werden. Obwohl Las Vegas über ein besonders protziges Erscheinungsbild verfügt, werden 94% des in den Abfluss gelangen den Wassers recycelt. Darüber hinaus hat sich die Einstellung gegenüber Wasser massiv geändert. So ist das Anlegen von Rasenflächen in Vorgärten in neuen Häusern illegal. Bewohner erhalten Prämien dafür, wenn sie ihre Rasenflächen entfernen.
Wird es im Zuge dieser Lösung auch zu Preissteigerungen kommen?
Definitiv. In der entwickelten Welt bezahlen die Menschen für einen ganzen Tag Wasser in ihrem Zuhause weniger als für eine Flasche Wasser. Fabriken müssen sogar häufig gar keinen Obolus entrichten. Wenn also der Wasserpreis steigt, ist dies für die Menschen ein Anreiz, mit dieser nur begrenzt verfügbaren natürlichen und wirtschaftlichen Ressource intelligenter und sorgfältiger umzugehen.
Welche neue Technologie ist notwendig?
Zunächst einmal ist eine andere Herangehensweise gefragt. Im Augenblick verfügen wir über Werkzeuge und Beispiele dafür, wie wir uns aus der Ära des gedankenlosen Wohlstands verabschieden, um in eine Ära des überlegten und intelligenten Wassermanagements überzuwechseln. Genau deshalb bin ich optimistisch. Beim Nachdenken über Wasser verhält es sich genau wie beim Kalorienzählen: Wer Kalorien zählt, isst automatisch besser. Um einen großen Fortschritt zu erzielen, müssen wir uns erst einmal fragen, wie und wofür wir Wasser verwenden.